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Fortgeschrittene Arabische Grammatik
Lektion 14
Grammatik Spezial
Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 15:17 Uhr
Arabisch

Arabisch

أَلدَّرْسُ ٱلرَّابِعَ عَشَرَ [’ad-dars(u) (’a)r-ra:bi‘(a) ‘ashar(a)] 14. Lektion  
vierzehn
أَرْبَعَةَ  عَشَرَ   [’arba‘ata ‘ashar(a)] (m); أَرْبَعَ عَشْرَةَ   [’arba‘a ‘ashra(ta)] (f)
Lektion 14

  14.1   Wiederholung 

Wir begannen die letzte Lektion mit der Konjugation des Verbs  er kam  جَاءَ [ja:a]/ يَجِيءُ [yaji:u] er kommt. Es handelt sich um ein hohles Verb, weil der mittlere Konsonant der Wurzel {j, y, } der schwache Radikal y ist. Die Tatsache, dass der dritte Radikal Hamza ist, macht das Verb doppelt unangenehm. Im Übrigen sind die Präfixe und Suffixe aber ganz normal, wie ein Vergleich mit den Präfixen und Endungen eines gesunden Verbs  zeigt. Wir sehen, dass der Perfekt-Stamm vor vokalischen Endungen (solche, die mit Vokal beginnen) ein langes a: hat (was für alle hohlen Verben gilt). Der Perfektvokal vor konsonantischen Endungen ist ein kurzes i, weil der Imperfektvokal langes i: (oder auch langes a:) ist. Bei dem hohlen Verb [ka:na] (11-2)  hat das Imperfekt den Vokal u:, und die Regel sagt, dass das Perfekt dann kurzes u vor konsonantischen Endungen haben muss. In 13-10 erwähnten wir das hohle Verb reden قَالَ  [qa:la]/  يَقُولُ [yaqu:lu]. Nach unserer Regel muss ich redete [qultu] sein,- ist es auch. Vgl. TWB S. 619. Die schwachen Radikale fallen oft ganz aus oder sie verwandeln sich in Vokale. Es ist daher nicht immer leicht, die Wurzel zu erkennen.

Dagegen ist es wieder leicht, die Konjunktivformen zu bilden: End-u in a verwandeln und bei den Endungen - u:na und -i:na das na streichen: dass er kommt  [yaji:a], dass sie(m) kommen [yaji:u:], dass du (f) kommst  [taji:i:] usw. (Auf Besonderheiten im Fall schwacher Verben wird gegebenenfalls eingegangen.)

Der Imperativ lautet der Regel nach [ji], ji:i:], [ji:u:], [jina], aber man benutzt i. a.  [taa:la] (m)/ [taa:lay] (f) komm! und [taa:law] (m)/ [taa:layna] (f) kommt! Das ist der Imperativ des Verbs يَتَعَالَى [yataa:la:] VI sich erheben, sich aufmachen.

تَعَالَ إِلَيَّ [taa:la ilay-ya] komm zu mir !

 (Man leitet den Imperativ vom Konjunktiv der 2. Person ab: du (m) schreibst  [taktubu] à dass du schreibst  [taktuba] à schreib! [aktub]. Im Konjunktiv wird demnach das Präfix ta- durch alif ersetzt. Der Vokal auf dem alif ist gleich dem Imperfektvokal, wenn dieser Damma ist, sonst Kasra.)

14.2         Schwache Verben (allgemein)

Die schwachen Verben haben wa:w oder ya:’ in der Wurzel. Man nennt w und y auch schwache Radikale. Man unterscheidet drei Gruppen schwacher Verben, je nach Position der schwachen Radikale.

a. Verben, deren erster Radikal schwach ist (assimilierte Verben)

b. Verben, deren mittlerer Radikal schwach ist (hohle Verben), 16. Lektion

c. Verben, deren dritter Radikal schwach ist (defektive Verben), 17. Lektion

Verben, deren erster Radikal ein w ist, werden auch verba primae w genannt. (Verba primae y sind nicht sehr zahlreich.) Beide Verbarten (verba primae w und verba primae y) heiβen Verba primae infirmae (also Verben, die am Kopf krank sind).

Hohle Verben heiβen entsprechend Verba mediae infirmae, und defektive Verben sind Verba ultimae infirmae.

In der letzten Lektion sahen wir die folgenden schwachen Verben:

{q,w,l} sprechen, {‘,T,w} IV geben, {b,y,‘} VIII kaufen, {l,q,y} treffen, finden

{n,s,y} vergessen. Früher benutzten wir schon {w,S,l} ankommen.

Dieses letzte Verb hat w als ersten Wurzelkonsonanten, es ist also ein assimiliertes Verb. Die Verben dieser Gruppe verlieren im Imperfekt des I. Stamms diesen schwachen Radikal: er kommt an يَصِلُ [ya-Sil-u] mit der Imperfektbasis i. Sonst aber gibt es keine Unregelmäβigkeiten, weder im Perfekt noch im Imperfekt.

Wir trafen auch noch auf zwei Verben mit Hamza: {,k,l} essen  und {,s,r} fesseln, binden. Verben mit Hamza als erstem Radikal verlieren bei der 1.Person Singular im Imperfekt des Grundstamms das Hamza und dehnen zum Ausgleich das Präfix.

So ergibt sich aus ’a- akul-u ich esse die Form [’a:kulu], die mit Madda geschrieben wird: آكُلُ. Wir wissen, vgl. 8-3, 9-11, dass آ für a: steht. Vgl. Konjugation auf S.13-13/14.   ’a-’asir-u ich binde wird zu  آسِرُ  [’a:siru].

Hierhin gehört auch nehmen أَخَذَ [’axadha]/ يَأْخُذُ [ya’xudhu]. Die Ich–Form des Imperfekts Sing. lautet nicht [’a-’xudhu], sondern آخُذُ [’a:xudhu] ich nehme.  Wo wir schon dabei sind, konjugieren wir doch schnell das Verb vollständig im Perfekt und im Imperfekt (dazu können wir uns die beiden Tabellen von 13-13/14 kopieren und den Perfektstamm ’akal- durch ’axadh- sowie den Imperfektstamm -’kul- durch -’xudh- ersetzen. Bis auf einige Ausnahmen im Imperativ werden Verben mit Hamza als 1. Radikal ganz normal konjugiert. Vgl. Auch “Wiederholung” in 15.1

Perfekt-Konjugation von nehmen أَخَذَ [’axadha], Imperfektvokal u

 

Singular

Plural

3. mask.

- a

axadh-a  er nahm أَخَذَ

-u:

’axadh-u: أَخَذُوا

3. fem.

-at

axadh- at

-na

’axadh- na

2. mask

-ta

’axadh- ta

-tum

’axadh- tum

2. fem.

-ti

’axadh- ti

-tunna

’axadh- tunna

1. m/f

-tu

’axadh- tu

-na:

’axadh- na:

Imperfekt-Konjugation

 

Singular

Plural

3. mask.

ya -’xudh-u   er nimmt يَأْخُذُ

ya -’xudh-u:na 

3. fem.

ta -’xudh-u

ya -’xudh-na

2. mask

ta -’xudh-u

ta -’xudh-u:na

2. fem.

ta -’xudh-i:na

ta -’xudh-na

1. m/f

a:xudh-u آخُذُ

na -’xudh-u

Der Imperativ ist  خُذ [xudh]! (m) nimm! und خُذِي  [xudhi:]! (f),
خُذُوا [xudhu:]! nehmt (m) und خُذْنَ [xudhna]! nehmt (f)

Verben mit Hamza als 2. Radikal werden ebenfalls ganz normal konjugiert. Allein fragen  سَأَلَ [sa’ala], das zwei Formen für den Imperativ (und Jussiv) hat, macht eine Ausnahme.

Das nicht seltene Verb lesen قَرَأَ  [qara’a] / يَقْرَأُ  [yaqra’u] hat ein Hamza als dritten Radikal. Diese Verben sind völlig regelmäβig, allerdings ist die richtige Wahl des Hamzaträgers zu beachten.

Über die Schreibweise des Hamza (es handelt sich um das hamzatu-l-qaT’i) haben wir schon in 2-2 einiges gesagt. Aber schauen wir uns die Sache jetzt etwas genauer an.

14.3  Hamza-Schreibweise       

a. Am Anfang eines Wortes wird Hamza immer auf einem Alif geschrieben, z.B. أَكَلَ [akala] er aβ,  أُكِلَ  [ukila] es wurde gegessen  (Das Passiv eines normalen Perfekts hat die Vokalfolge u, i. Im Imperfekt lauten die Vokale u, a). إِنْسَانٌ [insa:nun] menschliches Wesen (vgl. engl. insane, wahnsinnig!). 

b.  In der Mitte eines Wortes wird Hamza auf  ا , و oder ى (ohne Punkte) geschrieben,  je nachdem, ob es neben a, u oder i steht (die Länge des Vokals spielt keine Rolle).
Steht Hamza zwischen Vokalen verschiedener Qualität, so ist i gewichtiger als a oder u und u stärker als a.

Beispiele: Kopf   رَأْس [ras], Köpfe رُؤُوس [ruu:s], Chef  رَئِيس  [rai:s], Optimismus تَفَاؤُل   [tafa:ul]

2 wichtige Zusätze:

·         Wenn Hamza in der Umgebung –a:a- oder –u:a- steht, erhält es keinen Träger.

·         Nach y muss der Hamza-Träger ya: sein.

c. Wenn auf Hamza am Ende eines Wortes ein langer Endvokal folgt, gelten die Regeln unter b. Z.B. du (f) liest تَقْرَئِينَ  [taqra’i:na]; sie (m) lasen  قَرَؤُوا [qara’u:]; lies (f)! إِقْرَئِى [’iqra’i:]
Steht nach dem Hamza ein kurzer Endvokal –oder folgt nichts mehr-, so bestimmt der vor dem Hamza stehende Vokal den Träger, falls er kurz ist. Z.B. er las
قَرَأَ  [qara’a], er liest يَقْرَأُ [yaqra’u], er ist langsam  يَبْطُؤُ  [yabTu’u], Leser  قَارِئٌ  [qa:ri’(un)] (Die Nunation wird nicht berücksichtigt.)

Wenn schlieβlich vor Hamza ein langer Vokal oder ein Konsonant steht, dann wird kein Träger benutzt, d.h. Hamza steht allein auf der Grundlinie. Beispiele sind

Wasser  مَاءٌ  [ma:’(un)], schlecht   رَدِيءٌ [radi:’(un)], gelesen  مَقْرُوءٌ [maqru:’(un)], Sache شَيْءٌ   [shay’(un)]

14.4  Lektüre

فَقَالُوا لَهُ: «لَيْسَ عِنْدَنَا هَهُنَا إِلاَّ خَمْسَةُ أَرْغِفَةٍ وَسَمَكَتَان 16;».   Mat 14:17

Dann sprachen sie zu ihm: <<Wir haben nichts auβer fünf Broten und zwei Fischen.>>

قَالُوا  [qa:lu:] sie sagten ([fa] dann, also); [faqa:lu:lahu] dann sagten sie zu ihm لَيْسَ [laysa] er/es  ist nicht (wird mit Perfektendungen konjugiert);

[‘inda-na:] bei uns ([‘ind-i:] bei mir; [‘inda-ka] bei dir (m) usw.)
هَهُنَا [hahuna:] hier;  إِلاَّ  [’illa] auβer, nur;  خَمْسَةٌ  [xamsa(tun)] fünf (vgl. Grammatik); رَغْرِفٌ  [raghi:f(un)] Brotfladen (-laib), Pl. أَرْغِفَةٌ  [’arghifa(tun)]; سَمَكَةٌ  [samaka(tun)] Fisch, Dual:  zwei Fische سَمَكَتَانِ  [samakat-a:ni] (vgl. Grammatik)

    Mat 14:18 

 

فَقَالَ: «ائْتُونِي بِهَا إِلَى هُنَا».

Darauf sagte er: << Bringt mir  sie hierher!>>

أَتَى [’ata:] kommen, bringen, vgl. 13-3, (beachte: geben [’a:ta:]);  bringt! [’i’tu:] إِئْتُوا, mir [ni:]; sie (Brote + Fische) [niha:]; her [ila:]; hier [huna:] (In der "Internationalen Übersetzung" wird für bringen [HaDara] im IV. Stamm gewählt. bringt! أَحْضِرُوا [aHDiru:] und bringt sie zu mir hier! أَحْضِرُوهَا إِلَيَّ هُنَا [aHDiru:-ha:  ilay-ya  huna:]; zu mir = إِلَيَّ [ilay-y (a)]; zu dir  إِلَيْكَ  [ilay-k(a)]; zu ihm  إِلَيْهِ [ilay-h(i)] usw.

Mat 14:19 فَأَمَرَ الْجُمُوعَ أَنْ يَتَّكِئُوا عَلَى الْعُشْبِ ثُمَّ أَخَذَ الأَرْغِفَةَ ٱلْخَمْسَةَ وَالسَّمَكَت 14;يْنِ وَرَفَعَ نَظَرَهُ نَحْوَ

السَّمَاءِ وَبَارَكَ وَكَسَّرَ وَأَعْطَى الأَرْغِفَةَ لِلتَّلاَمِي 84;ِ وَالتَّلاَمِ 10;ذُ لِلْجُمُوعِ.

Dann befahl er den Menschen (den Mengen) sich im Gras niederzulassen.
Alsdann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, erhob seinen Blick in Richtung Himmel
(gen Himmel). Und er segnete, brach und gab die Brote den Jüngern, und die Jünger den Leuten. 

befehlen  [’amara], u  (Befehl  [’amr(un)]; Befehlshaber, Emir [’a:mir(un)]); Menge  جُمُوعٌ [jumu:‘ (un)]; sich niederzulassen  يَتَّكِئُوا  [yattaki’u:], 3.m.Pl.Konj.  {w, k ,‘} VIII. Das Verb wird im NT benutzt, um sich zu Tisch legen auszudrücken. Die internationale Übersetzung (IÜ) benutzt das Verb جَلَسَ [jalasa] setzen im Konj. (13-14), يَجْلَسُونَ sie setzen (sich). Gras  عُشْبٌ [‘ushb(un)] oder [Hashi:sh]; nehmen  أَخَذَ [’axadha], vgl. oben 14.2; die fünf Brote (Akk.)  أَلأَرْغِفةَ   ٱلْخَمْسَةَ [’al-’arghifata (’a)l-xamsa(ta)]; وَٱلسَّمَكَت َيْنِ ist Akk.Dual (Gen. und Akk. Dual gehen auf –ayni aus, der Nom. auf –a:ni); heben رَفَعَ [rafa‘a]; Blick  نَظْرَةٌ [naDHra(tun)]; gegen, in Richtung auf  نَحْوَ  [naHwa]; Himmel  سَمَاءٌ [sama:’un], der Himmel  أَلسَّمَاءُ [’as-sama:’u] im Text steht der bestimmte Genitiv  ٱلسَّمَاءِ abhängig von der Präposition نَحْوَ.

Nun folgen die drei Perfekte وَبَارَكَ وَكَسَّرَ وَأَعْطَى. segnen  بَارَكَ [ba:raka] (Mubarak der Gesegnete); in Stücke brechen  كَسَّرَ [kassara] II, S. 12-12, geben  أَعْطَى [’a‘Ta:] IV, S. 13-2.

Die Int.Üb. benutzt statt geben das Verb verteilen وَزَّعَ [wazza‘a] im II. Stamm, d.h mit Verdopplung des 2. Radikals. sie (m) verteilten وَزَّعُوا.

Mat 14:20  فَأَكَلَ الْجَمِيعُ وَشَبِعُوا. ثُمَّ رَفَعُوا مَا فَضَلَ مِنَ الْكِسَرِ: اثْنَتَيْ عَشْرَةَ قُفَّةً مَمْلُوءةً.

Und alle aβen und sättigten sich. Dann sammelten sie ein, was übrig blieb von den Bruchstücken:  zwölf Körbe voll.    فَأَكَلَ hat hier Pluralbedeutung;  alle, ganz  جَمِيعٌ [jami:‘(un)]; sich sättigen شَبِعَ [shabi‘a], vgl. 15-2, (3.m.Pl.)/ [yashba‘u]. Im II. Stamm sättigen, befriedigen; satt  شَبْعَانُ [shab‘a:nu]. heben, nehmen رَفَعَ [rafa‘a] (hier: einsammeln, 3.m.Pl.);  übrigbleiben  فَضَلَ  [faDala]/ [yafDulu]; Bruchstück, Fragment, Rest  كِسَرٌ [kisarun]; zwölf Körbe (hier Akk., vgl. Grammatik Lektion 15)  اثْنَتَيْ عَشْرَةَ قُفَّةً;  Korb قُفَّةٌ [quffa(tun)];  voll مَمْلُوءَةٌ [mamlu:’tun] (Akk.);    füllen مَلأََ  [mala’a]/ يَمْلأَُ [yamla’u]

(Int. Übersetzung: [thumma rafa‘a (’a)t-tala:mi:dhu ’ithnatay ‘ashra(ta) quffatan mala’u:ha:  bima:  faDala mina  (’a)l-kisari] Dann nahmen  die Jünger zwölf Körbe und füllten sie mit dem, was  übrig blieb von den Resten.)

Mat 14:21. وَٱلآكِلُونَ كَانُوا نَحْوَ خَمْسَةِ آلاَفِ رَجُلٍ مَا عَدَا ٱلنِّسَاءَ وَٱلأَوْلاَد 14;

Und die Essenden waren etwa fünf  tausend Männer, auβer den Frauen und Kindern.

ein Essender آكِلٌ [a:kil(un)], Pl. آكِلُونَ [a:kilu:na]; und die Essenden وَٱلآكِلُونَ ; gegen, etwa نَحْوَ  [naHwa]; fünf  [xamsa(tun)]; tausend [alf (un)]; 5000  [xamsatu a:la:fin]; auβer   مَا عَدَا [ma: ada:]; Frauen نِسَاءٌ  [nisa:(un)] = Pl. von إِمْرَأَةٌ [imraa(tun)];   Kind  [walad(un)], Pl. أَوْلاَدٌ [awla:d(un)]

14.5  Grammatik

14.5.1         Kardinalzahlen von 1 bis 10
                  
 
( Zahl عَدَدٌ [‘adadun], die Zahlen أَلأَعْدَادُ  [’al’a‘da:du],
                         Nummer  رَقْمٌ  [raqm(un)],  Nummern أَرْقَامٌ  [’arqa:m(un)], gebr. Plural.)

Nach 2 Fischen, 5 Broten, 12 Körben und 5000 Menschen bei der wunderbaren Speisung sind wir natürlich motiviert, uns mit den arabischen Zahlen zu beschäftigen. Grundkenntnisse haben Sie ja bereits in dieser trickreichen Materie, da Sie ja bei jeder Lektion den "Zahlenkopf" gelesen haben dürften, nicht wahr?

Null  heiβt صِفْرٌ  [Sifrun] (m/f) und ist der Ursprung unserer Ziffer. Sie wird als Punkt geschrieben. Man hat gelegentlich auch von Nullen zu sprechen, also von  أَصْفَرٌ  [’aSfarun]. Die Grundzahlen 1 وَاحِدٌ [wa:Hidun] und 2 إِثْنَانِ [’ithna:ni] sind Adjektive und verhalten sich grammatisch, wenn sie hinter dem Substantiv stehen, wie das übergeordnete Substantiv. Die weiblichen Formen sind وَاحِدَةٌ  [wa:Hida(tun)] bzw. إِثْنَتَانِ [’ithnata:ni]. [wa:Hidun] bzw. [wa:Hida(tun)] wird nicht als unbestimmter Artikel gebraucht, sondern zur Betonung der Zahl eins (ein einziger), also als Zahlwort.

1.      Beginnen wir mit Eins ١ : وَاحِدٌ [wa:Hid(un)] (m) und وَاحِدَةٌ [wa:Hida (tun)] (f)id

 

Die Zahlwörter eins und zwei werden wie Adjektive gebraucht. Sie stehen daher  hinter dem Gezählten und stimmen mit ihm in Geschlecht (genus), Fall (casus) und Zahl (numerus) überein.

Beispiele:

Gott ist ein Einziger   أَللّٰهُ وَاحِدٌ  [’alla:hu wa:Hid(un)]
eine (einzige) Person  شَخْصٌ وَاحِدٌ  [shaxS(un) wa:Hid(un)]
ein (einziges) Zimmer  غُرْفَةٌ وَاحِدَةٌ  [ghurfat(un) wa:Hida(tun)]

Wir sahen vorhin das Wort Kind, Junge وَلَدٌ  [walad(un)], Pl. أَوْلاَدٌ [awla:d(un)] und wollen es deklinieren:
ein  Junge  (Nominativ) 
وَلَدٌ وَاحِدٌ [walad(un) wa:Hid(un)] , vgl. 4-7
mit einem Jungen (Genitiv)  
مَعَ وَلَدٍ وَاحِدٍ [maa  walad(in)  wa:Hid(in)]
ich sehe einen (einzigen) Jungen (Akk.)   
أَرَى وَلَداً  وَاحِداً    [ara: walad(an) wa:Hid(an)]

Im Fall eines Mädchens haben wir  وَاحِدَةٌ [wa:Hida (tun)]  zu benutzen:
ein Mädchen (Nom.)id

   بِنْتٌ وَاحِدَةٌ [bint(un) wa:Hida(tun)]
mit einem Mädchen (Gen.)   مَعَ بِنْتٍ وَاحِدَةٍ  [ma‘a bint(in) wa:Hida(tin)], vgl. 14-18
ich sehe ein (einziges) Mädchen (Akk.) أَرَى بِنْتاً وَاحِدَةً  [’ara: bint(an) wa:Hida(tan)]

Beachten Sie, dass وَاحِدٌ [wa:Hid(un)] (m) bzw.  وَاحِدَةٌ [wa:Hida(tun)] (f) nur dann geschrieben werden, wenn betont werden soll, dass es sich wirklich um nur ein Objekt handelt. Andernfalls benutzt man gewöhnlich nur den Singular. Im Falle von zwei Objekten gilt die gleiche Bemerkung. Das Objekt steht aber dann im Dual.

Es ist manchmal gut zu wissen, dass es noch ein weiteres Wort für 1 gibt. Es handelt sich um das Substantiv  einer أَحَدٌ   [’aHad(un)] bzw. eine إِحْدَى  [’iHda:]. Beide Wörter sind uns nicht neu, denn im Kopf der 11. Lektion stehen sie als Teil des Zahlworts 11: أَحَدَ عَشَرَ [’aHada ‘ashar(a)] elf (m), إِحْدَى عَشْرَةَ [’iHda: ‘ashra(ta)] elf (f). Sie finden dieses Zahl-Substantiv oft in verneinten Sätzen wie ich sah niemanden  مَا رَأَيْتُ أَحَداً  [ma: ra’ayt(u) ’aHadan] (wörtlich: nicht ich sah einen). In der nächsten Lektion gebe ich Ihnen das volle seh-Schema. Die Negation einer Perfektform kann wie hier mit nicht [ma:] erfolgen. In der modernen Schriftsprache ist dies jedoch nicht sehr üblich. Man verneint i. Allg. eine Vergangenheit mit [lam] und dem Jussiv (der jetzt aber nichts mehr mit einer Aufforderung zu tun hat). Man würde also schreiben: لَم أَرَ أَحَداً [lam  ’ara  ’aHadan] an Stelle von مَا رَأَيْتُ أَحَداً.  Die Jussiv-Form أَرَ werden wir in der 16. Lektion besprechen.)

2. Die Zahl  Zwei ٢ :  إِثْنَانِ  [’ithna:ni] (m) bzw. إِثْنَتَانِ [’ithnata:ni] (f) wird i. Allg. nur beim Zählen gebraucht. Will man ausdrücklich betonen, dass es sich um zwei Objekte handelt, benutzt man das Zahlwort zusammen mit dem Dual des Objektes. ([’ithna:ni] und [’ithnata:ni] beginnen wie der Artikel mit Verbindungshamza. Beide Zahlwörter sind selbst Duale und werden wie diese dekliniert. Als Bestandteil der Zahl zwölf haben sie im Gen./Akk. die Endung –ay, also [’ithnay ‘ashara] (m) bzw. [’ithnatay ‘ashrata] (f). Der erste Teil des Zahlwortes 12 verhält sich wie ein Dual in einer Genitiv-Verbindung und wird nicht nuniert.)

(genau) zwei Jungen  وَلَدَانِ إِثْنَانِ  [walad-a:ni  ’ithna:ni]. Im Umgangston sagt man [walada:n  ’ithna:n] und ebenso [kita:ba:n  ’ithna:n] = zwei Bücher , usw.

(Der Nominativ Dual von Substantiven wird immer durch Anhängen der Endung –a:n(i) an den Singular gebildet, vgl. 10-7. Genitiv und Akkusativ haben die Endung –ayn(i) . Der Dual stimmt mit dem nachgestellten Zahlwort in Genus und Kasus überein. Auch Verben kennen einen Dual, der ebenfalls mit der Endung –a:n(i) gebildet wird. In einer Genitv-Verbindung wird Nun ausgelassen.)

Redet man einfach über zwei Jungen, so fällt das Zahlwort [’ithna:ni] weg. Also zwei Jungen  وَلَدَانِ [walada:ni],  zwei Fische  سَمَكَتَانِ  [samakat-a:ni].
(genau) zwei Jungen (Gen./Akk.)  أَرَى وَلَدَيْنِ إِثْنَيْنِ   [walad-ayni ithna:yni].
Ein feminines Beispiel haben wir in  zwei Zimmer (Nom.) 
غُرْفَتَان¡ 6; إِثْنَتَانِ [ghurfata:ni  ithnata:ni],  im Gen./Akk.  غُرْفَتَيْ  6;ِ إِثْنَتَيْنِ  [ghurfatayni ithnatayni]. Vergleiche die Tabellen auf S. 14-18/19

Auch die Demonstrativpronomen haben einen Dual. Z.B. wird aus diese  [ha:dha:]/ [ha:dhihi]  diese beiden (Nom.):  [ha:dha:ni]/ [ha:ta:ni] und im Gen./Akk. [ha:dhayni]/ [ha:tayni].

Beispiel:

Ich bewohnte diese beiden Zimmer   كُنْتُ أَسْكُنُ هَاتَيْنِ ٱلْغُرْفَتَي 18;نِ  [kuntu ’askunu ha:tayni (’a)l-ghurfatayni];  wohnen سَكَنَ  [sakana], u; [ka:na] + Imperfekt = andauernde Handlung in der Vergangenheit, vgl. 11-6

3.  Die Zahlen von drei bis zehn werden als Substantive gebraucht und stehen vor dem Gezählten, mit dem sie eine Genitiv-Verbindung eingehen. Das Gezählte muss daher im Genitiv Plural stehen. (Anstelle von drei Männern spricht man von einer Dreiheit von Männern.)

Das Geschlecht der Zahlen ist dem des Substantivs entgegengesetzt (!). Dieses bizarre Verhalten findet man aber auch in anderen semitischen Sprachen. Man spricht von "Polarisation" von Zahlwort und Gezähltem.

Beispiele:

3  ٣  drei Männer

(Mann رَجُلٌ  [rajul(un)], Pl. رِجَالٌ  [rija:l(un)])

Wir wollen bei der Bildung der 3 Männer schrittweise vorgehen:

·         Man beginnt mit dem Wort für Mann: رَجُلٌ  [rajul(un)] (m).

·         drei (m)   ثَلاَثَةٌ [thala:tha(tun)] (m)

·         sodann den Nom. Pl. von Mann:  رِجَالٌ< span dir=LTR>  [rija:l(un)]

·         davon der Gen. Pl. : رِجَالٍ [rija:l(in)]

·         Gen. Verbindung: ثَلاَثَةُ رِجَالٍ [thala:tha(tu) rija:l(in)] (das 1. Glied einer Genitiv-Verbindung wird nicht nuniert)

·         drei Männer  ثَلاَثَةُ رِجَالٍ  (Der 3. Mann vgl.11-10)

Hier sind nochmals die Einzelheiten zu Drei (vgl. Kopf der 3. Lektion)
ثَلاَثَةٌ [thala:tha(tun)] (m)/ ثَلاَثٌ [thala:th(un)] (f) drei ; أَلثَّالِثُ  [’ath-tha:lith(u)] der dritte;   أَلثَّالِثَة ُ [’ath-tha:litha(tu)] die dritte .

Die Zahlwörter werden i. Allg. gleich so angegeben, wie sie in einer "polarisierten" Genitiv-Verbindung benutzt werden, also das männliche Zahlwort mit einem ta:’ marbu:Ta und das weibliche mit maskuliner Endung. Bei der Bildung des gezählten Substantivs brauchen wir dann keine Geschlechtsvertauschung ("Polarisation") mehr durchzuführen.

Was die Deklination der Zahlwörter angeht, so halten wir fest, dass sie alle dekliniert werden können –auβer den Zahlwörtern von 11 bis 19. (Auch die 12 ist deklinierbar, aber bei ihr gibt es keine Polarität (Geschlechtertausch). Dies haben wir bei den 12 Körben zu beachten.) Demnach ist ich sah drei Kinder (wen? oder was?) mit dem Akkusativ der weiblichen Zahl 3 zu schreiben: رَأَيْتُ ثَلاَثَةَ أَوْلاَدٍ  [ra’ayt(u)  thala:tha(ta) ’awla:d(in)]. Wir kommen auf dieses Thema in 15-4 zurück.)

   drei Frauen/ Damen

(Frauen  نِسَاءٌ  [nisa:’(un)]; vorhin sahen wir, dass Frauen نِسَاءٌ  [nisa:(un)] der Plural  von إِمْرَأَةٌ [imraa(tun)] ist. Handelt es sich bei den Frauen um drei Damen, so benutzen wir den Plural [sayyida:t(un)] zum Singular [sayyida(tun)])

ثَلاَثُ نِسَاءٍ  [thala:th(u) nisa:’(in)] drei Frauen
ثَلاَثُ سَيِّدَاتٍ  [thala:th(u) sayyida:t(in)] dreiDamen

4  ٤  vier Frauen  (vier [’arba‘a(tun)] (m)/  [’arba‘(un)] (f) )

  أَرْبَعُ نِسَاٍ [’arba‘(u)  nisa:‘(in)]

(Anstelle von Frauen hätten wir auch Koffer حَقِيبَةٌ  [Haqi:ba(tun)] (f); mit dem gebrochenen Nom. Pl. حَقَائِبُ  [Haqa:’ib(u)]; Gen. Pl.: [Haqa:’ib(a)] benutzen können. Beachte auch, dass Zeitung die gleiche Wortstruktur hat wie Koffer: [jari:da(tun)], Pl. [jara:’id(u)], Gen. Pl.: [jara:’id(a)], 5-9, 7-10 und auch Minute, vgl. 12-4.

Gebrochene Plurale auf –u haben diptotische Flexion, d.h. sie haben den indeterminierten Gen. und Akk. auf –a. Die determinierten Gen. gehen auf –i aus, die Akk. auf –a.)

Einige "Büro"-Wörter mit gebrochenen Pluralen:

Kollege  [zami:l(un)]/ [zumala:’(u)], Gen. Pl. [zumala:’(a)]
Präsident [ra’i:s(un)]/ [ru’asa:’(u)], Gen. Pl. [ru’asa:’(a)]
Minister [wazi:r(un)]/ [wuzara:’(u)], Gen.Pl. [wuzara:’(a)]
Büro  [maktab(un)]/ [maka:tib(u)], Gen. Pl. [maka:tib(a)]
Brief  [risa:la(tun)]/ [rasa:’il(u)], Gen. Pl.; [rasa:’il(a)]
Ausländer [’ajnabiyy(un)]/ [’aja:nib(u)], Gen. Pl. [’aja:nib(a)]
vier Kollegen 
أَرْبَعَةُ  زُمَلاَءَ  [’arba‘a(tu)  zumala:’(a)] usw. Vgl. auch 10-4

5  ٥  fünf Büros    (fünf [xamsa(tun)] (m)/ [xams(un)] (f))

             خَمْسَةُ مَكَاتِبَ [xamsa(tu) maka:tib(a)]

            fünf Brote   خَمْسَةُ أَرْغِفَةٍ  [xamsa(tu) ’arghifa(tin)]

(Brotlaib رَغْرِفٌ  [raghi:f(un)]; der Nom. Pl. lautet أَرْغِفَةٌ  [’arghifa(tun)] und der Gen. Pl. ist [’arghifa(tin)]. Die Brote werden aber trotz weiblicher Plural-Form als männlich angesehen, d.h sie haben ein Zahlwort von weiblicher Gestalt:  fünf Brote = [xamsa(tu) ’arghifa(tin)]. Das Geschlecht des Zahlworts hängt nämlich vom Singular des Nomens ab, nicht vom Plural! Ein anderes Beispiel ist Tür  بَابٌ [ba:b(un)] (m). Dieses Wort ist maskuklin, hat aber einen gebrochenen Plural in der Gestalt eines femininen Singulars: Türen  أَبْوَابٌ  [’abwa:b(un)]. Man kann sagen, dass der Plural von  [ba:b(un)] grammatisch ein femininer Singular ist. Aber, vier Türen  schreibt man  أَرْبَعَةُ أَبْوَابٍ   [’arba‘a(tu)  ’abwa:b(in)], man behandelt das Nomen also als maskulin und benutzt den Genitiv Singular. Hätten die Araber sich ein wenig mehr Mühe mit den Pluralen gegeben, wäre manch einer glücklicher beim Studium der Sprache, aber wir halten trotzdem durch.

Eine Frage: Was macht man bei Nicht-Personen (leblose Gegenstände, Tiere), deren Plurale ja  als feminine Singulare behandelt werden? Kurze Antwort: Im jetzigen Zusammenhang gilt diese Regel nicht. Z.B. ist Tag يَوْمٌ [yawm(un)] maskulin und 5 Tage muss mit خَمْسَةٌ [xamsa(tun)] (m) gebildet werden: خَمْسَةُ أَيَّامٍ [xamsa(tu) ’ayya:m(in)] und nicht etwa mit [xams(un)] (f). Der Pl. von  Tag  يَوْمٌ [yawm(un)] ist  أَيَّامٌ [’ayya:m(un)].

Hier ist noch ein weibliches Substantiv   Mädchen  بِنْتٌ [bint(un)], Pl. بَنَاتٌ [bana:t(un)] . (Dieser Plural gehört zu den Mischformen, bei denen die Endungen der äuβeren Plurale, d.h. –u:n(a) (m), -a:t(un) (f), an die, i. Allg. wenig veränderte, Singularform gehängt werden. Vgl. 14-18)

    fünf  Mädchen   خَمْسُ بَنَاتٍ  [xams(u)   bana:t(in)]

6  ٦  sechs سِتَّةٌ  [sitta(tun)] (m)/ سِتٌّ [sitt(un)] (f)
                       
            Schlüssel   [mifta:H(un)], Pl.  [mafa:ti:H(u)] = gebr. Pl. auf –u, also:

            sechs Schlüssel  سِتَّةُ مَفَاتِيحَ  [sitta(tu)  mafa:ti:H(a)] (m)
            sechs Zeitungen   سِتُّ جَرَائِدَ [sitt(u)  jara:’id(a)]  (f) gebrochen
            sechs Städte   سِتُّ مُدُنٍ  [sitt(u)  mudun(in)] (vgl. 5-7)

7  ٧  sieben  سَبْعَةٌ  [sab‘a(tun)] (m)/ [sab‘(un)](f)

8   ٨  acht   ثَمَانِيَةٌ    [thama:niya(tun)] (m)/ [thama:ni(n)]

            acht Städte  [thama:ni:   mudun(in)]. Die weibliche Form des Zahlworts

acht wird abweichend gebildet.

9   ٩  neun   تِسْعَةٌ [tis‘a(tun)] (m)/ [tis‘(un)] (f)

10  ١٠  zehn  عَشَرَةٌ  [‘ashara(tun)] (m)/ [‘ashr(un)] (f)

Beim Zählen benutzt man die Form mit der weiblichen Endung (ohne –un): eins [wa:Hid], zwei  [’ithna:n], drei  [thala:tha], vier [’arba‘a], fünf  [xamsa] usw.

14.5.2         Dual

14.5.2.1      Nomen

In Wörterbüchern wird der Nominativ Dual i. Allg. nicht aufgeführt, da er sich stets aus dem Singular durch Anhängung von a:n(i) ergibt (eine eventuelle Endung muss vorher abgestrichen werden, vgl. oben 14-9). Z.B. ein Junge  [walad(un)], ein einziger Junge [walad(un) wa:Hid(un)]; beide Jungen [walad-a:n(i)]. Genau zwei Jungen [walada:n(i) ’ithna:n(i)].

Genitiv und Akkusativ haben die Dualendung –ayn(i) (m/f). Z.B. وَلَدَيْنِ [walad-ayn(i)].

Die Dualendungen –a:n(i), -ayn(i) werden sowohl für männliche als auch für weibliche Paare ("Zweiheiten") benutzt. Sie stehen bei indeterminierten Nomen und bei Nomen, die durch den Artikel determiniert sind. D.h.: durch den Artikel wird die Dualendung nicht geändert:  zwei Zeitungen  جَرِيدَتَانِ  [jari:dat-a:ni], die zwei Zeitungen  أَلْجَرِيدَت َانِ [’al-jari:dat-a:ni].

Beispiele:

zwei Bücher (Nom.)  كِتَابَانِ  [kita:b-a:n(i)]
zwei Bücher (Gen. / Akk.)  كِتَابَيْنِ   [kita:b-ayn(i)]
die zwei Bücher  أَلْكِتَابَا نِ [’al-kita:b-a:n(i)]

eine Dame (Nom. )  سَيِّدَةٌ  [sayyida(tun)], Plural: Damen  سَيِّدَاتٌ [sayyid-a:t-u-n] (-a:t ist das Pluralzeichen, -u- = Nominativsuffix und –n = Unbestimmtheit.)
zwei Damen (Nom.)  سَيِّدَتَا  6;ِ [sayyidat-a:n(i)]
Gen./Akk.: سَيِّدَتَي¡ 8;نِ  [sayyidat-ayn(i)], z. B. mit beiden Damen  [ma‘a  sayyidat-ayn(i)]

die zwei Damen (Nom.)  [’al-sayyidat-a:n(i)]

Wird das Nomen durch ein Suffix oder einen nachfolgenden Genitiv determiniert, dann verkürzen sich die Dualendungen -wie beim gesunden männlichen Plural- im Nominativ zu –a: und im Genitiv und Akkusativ zu –ay. Das können wir als Regel festhalten:

 

Regelmäβige maskuline Plurale (sie enden auf –u:na) sowie maskuline und feminine Dualformen (auf –a:ni) verlieren vor einem Genitiv oder einem Personalsuffix die Nunation, d.h. die Endungen –ni, -na fallen vor einem Genitiv oder Personalsuffix weg.

Im modernen Arabisch wird –(i) i. Allg. nicht geschrieben.

zwei Männer  رَجُلاَن  [rajul-a:n] (statt [rajul-a:ni]), vgl. 14-23
mit zwei Männern    مَعَ رَجُلَيْن [ma‘a  rajul-ayn] (statt [ma‘a rajul-ayni])

Beispiele:

Aus dem ta:’ marbu:Ta der Femininendung wird, wie auch beim regelmäβigen weiblichen Plural, einfaches ta:’.

Der Dual von Mädchen بِنْتٌ  [bint(un)] ist بِنْتَانِ  [bint-a:n(i)], von Schwester أُخْتٌ  [’uxt(un)]  أُخْتَانِ [’uxt-a:n(i)] – die beiden Schwestern  أَلأُخْتَانِ [’al-’uxta:n(i)]. 
Die Substantive  Bruder أَخٌ [’ax(un)] und Vater  أَبٌ [ ’ab(un)] bilden den Dual unregelmäβig:  zwei Brüder  أَخَوَانِ [’axaw-a:n(i)] und zwei Väter, Eltern  أَبَوَانِ [’abaw-a:n(i)]. 

Die beiden  Augen des Mädchens   عَيْنَا ٱلْبِنْتِ [‘ayna(:  ’a)l-binti]
Die beiden Töchter des Präsidenten  بِنْتَا ٱلرَّئِيسِ [binta(: ’a)r-ra’i:si]
([‘ayn-a:ni] und [bint-a:ni] verlieren in einer Genitivkonstruktion  -ni. Beide Augen [‘ayn-a:ni] ist feminin.) Vgl. 10-7

Adjektive haben im Dual dieselben Endungen wie das übergeordnete Nomen: zwei groβe Augen  [ ‘ayna:ni  kabi:rat-a:ni]; beide Lehrer sind gelehrt (haben was drauf): [’al-mudarris-a:ni  ‘a:lim-a:ni]. (der Gelehrte [’al-‘a:limu])

 

14.5.2.2      Verb und Personalpronomen

Auch das Verb wird im Indikativ des Imperfekt mit Hilfe der Dualendung –a:n(i) gebildet. Im Konjunktiv (und Jussiv) wird –a:n(i) zu –a: verkürzt.

Im Perfekt wird diese verkürzte Endung ebenfalls benutzt. Vergleiche die beiden Tabellen.

Perfekt

 

Singular

Dual

3. m

كَتَبَ  [katab-a]

er schrieb

كَتَبَا   [katab-a:]

sie beide schrieben (m)

3. f

كَتَبَت [katab-at]

sie schrieb

كَتَبَتَا [katab-ata:]

sie beide schrieben (f)

2. m

كَتَبْتَ [katab-ta]

du schriebst

كَتَبْتُمَا [katab-tuma:]

ihr beide schriebt (m/f)

2. f

كَتَبْتِ [katab-ti]

du schriebst

1. m/f

كَتَبْتُ [katab-tu]

ich schrieb

 

 

Imperfekt

 

Singular

Dual

3. m

يَكْتُبُ  [ya-ktub-u]

er schreibt

يَكْتُبَانِ   [ya-ktub-a:ni]

sie beide schreiben (m)

3. f

تَكْتُبُ [ta-ktub-u]

sie schreibt

تَكْتُبَانِ [ta-ktub-a:ni]

sie beide schreiben (f)

2. m

 wie 3. f

du schreibst (m)

wie 3.f

ihr beide schreibt (m/f)

2. f

تَكْتُبِينَ [ta-ktub- i:na]

du  schreibst (f)

1. m/f

أَكْتُبُ [a-ktub-u]

ich schreibe

 

Es gibt keinen Dual der 1. Person (wir beide), nur eine Form für die 2. Person ihr beide und 2 Formen (m/f) für die 3. Person sie beide.

Die Endung –a:ni des Imperfekts (Indikativ) wird meist zu –a:n verkürzt. Allerdings bleibt die längere Form vor Suffixen erhalten. Z.B. beide (f) fragen َسْأَلاَن   [tas’ala:n], aber  beide (f) fragen mich [tas’al-a:ni-ni:] تَسْأَلاَنِن ِي. Im Konjunktiv und Jussiv finden wir, wie vorhin gesagt, eine Kürzung zu a:

Beim Personalpronomen gibt es ebenfalls nur in der 2. und 3. Person Dualformen. Auch sie gehen auf –a: aus. Hier sind die Formen:

 

 

selbständig

suffigiert

 

3. Person

 هُمَا   [huma:]

هُمَا -huma:/- hima:

sie beide

2. Person

أَنْتُمَا [’antuma:]

كُمَا -kuma:

ihr beide

Beispiele:

ihr beide seid reich  أَنْتُمَا غَنِيَّانِ [’antuma: ghaniyya:ni]; reich [ghaniyy(un)]
sie sind zwei berühnte Männer
هُمَا رَجُلاَنِ شَهِيرَانِ [huma: rajula:ni shahi:ra:ni]; berühmt, bekannt, berüchtigt  [shahi:r(un)]

 

14.5.2.3      Einlage über Söhne und Töchter

Mädchen  بَنَاتٌ [bana:t(un)] ist ein unregelmäβiger Plural von بِنْتٌ [bint(un)]. Tochter إِبْنَةٌ  [’ibna(tun)], abgeleitet von  Sohn  إِبْنٌ [’ibn(un)].
Der Plural von Sohn  ist أَبْنَاءٌ [’abna:’un] .

In 5.3 sahen wir, dass der gesunde weibliche Plural meist dadurch gebildet wird, dass die Singularendung durch –a:t(un) ersetzt wird. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Wir sahen eben, dass es  Nomina gibt, die die Einzahl vor Anfügung der Pluralendung leicht verändern, z.B. [bint(un)] à [ban-a:t(un)]. Hierzu gehören auch Mutter [’umm(un)] à [’umm-ah-a:t(un)], Schwester  أُخْتٌ  [’uxt(un)]/ أَخْوَاتٌ [’axawa:t(un)], vgl. 15-4. Vgl. auch die folgende Tabelle für [bint(un)]:

Tochter [bint(un)], [’al-bint(u)]; Plural: [ban-a:t(un)]; [’al-bana:t(u)]

(Auch  [’ibna(tun)] bedeutet Tochter.)

 

Beachte: der Vater des Mädchens  ist nicht [’ab(u) (’a)l-bint(i)], sondern [’abu: (’a)l-bint(i)], denn Vater, Bruder, Mund, d.h. [’ab(un)], [’ax(un)] und [fam(un)], haben langvokalige Deklinationsendungen: Gen.: [’abi:], Akk.: [’aba:] usw.)

 

Singular

Dual

Plural

Nom.

بِنْتٌ [bint(un)]

بِنْتَانِ [bint-a:ni]

بَنَاتٌ [bana:t(un)]

Gen.

بِنْتٍ [bint(in)]

بِنْتَيْنِ [bint-ayn(i) ]

بَنَاتٍ [bana:t(in)]

Akk.

بِنْتاً  [bint(an)]

  بِنْتَيْنِ [bint-ayn(i) ]

بَنَاتاً  [bana:t(an)]

Beispiele:

Ich sehe die beiden Lehrerinnen der Mädchen أَرَى مُدَرِّسَتَي 16; ٱلْبَنَاتِ  [’ara: mudarrisat-ay-i (’a)l-bana:ti]
Beachte: Wird das Nomen durch ein Suffix oder einen nachfolgenden Genitiv determiniert, dann verkürzen sich die Dualendungen im Nominativ zu –a: und, hier, im Genitiv und Akkusativ, zu –ay. Vor dem Artikel musste dann an das –y ein -i angehängt werden, denn vokallos endende Wörter erhalten vor dem Artikel einen Vokal, meistens i, vgl. 8-4)

(Lehrer مُدَرِّس [mudarris(un)], Pl. مُدَرِّسٌ [mudarris-u:n(a)], vgl. 8-6. Lehrerin مُدَرِّسَةٌ  [mudarrisa(tun)], Pl. مُدَرِّسَاتٌ [mudarrisa:t(un)] (Das ist ein regelmäβiger femininer Plural auf –a:t(un). Im Gen. und Akk. Sing. steht –a(tin) bzw. –a(tan). Vgl. folgende Tabellen.)

14.5.2.4      Vergleichstabellen für regelmäβige Plurale und Duale


Zur Erleichterung des Überblicks stellen wir uns einmal regelmäβige Plurale und Duale in zwei Tabellen zusammen.

Hier ist zunächst ein Beispiel zum gesunden männlichen Plural von Dozent (Lehrer) مُدَرِّسُونَ . (Der Nom. Pl. hat die Endung –u:na, Gen. und Akkusativ haben die gemeinsame Endung –i:na. Vgl. auch 10-6)

Lehrer

 

Nom.

Gen.

Akk.

Singular

mudarris- un

mudarris- in

mudarris- an

Dual

mudarris- a:ni

mudarris- ayni

mudarris- ayni

Plural

mudarris-u:na

mudarris-i:na

mudarris-i:na

Die Endungen –ni, -na fallen vor einem Genitiv oder Personalsuffix weg.
die beiden Söhne des Lehrers 
إِبْنَا ٱلْمُعَلِّمِ  [’ibna: (’a)l-mu‘allim(i)]

Der gesunde weibliche Plural wird, wie gesagt, meist dadurch gebildet, dass die Singularendung –a(tun) durch die Pluralendung –a:t(un) ersetzt wird.  Die gemeinsame Endung für Gen. und Akk. lautet –a:t(in). Die Tabelle der gesunden Lehrerinnen sieht demnach folgendermaβen aus:

Lehrerin

 

Nom.

Gen.

Akk.

Singular

mudarris-a(tun)

mudarris-a(tin)

mudarris-a(tan)

Dual

mudarris-at-a:ni

mudarris-at-ayni

mudarris-at-ayni

Plural

mudarris-a:t(un)

mudarris-a:t(in)

mudarris-a:t(in)


14.6    Einfache Sätze mit Dualen

14.6.1                  Nominalsatz

 

Im Nominalsatz steht das Subjekt vor dem Verb, das im Dual stehen muss, wenn es sich um zwei Subjekte handelt.

Ahmed ist schon gegangen   أَحْمَد قَد ذَهَبَ [’aHmad qad  dhahaba] (Das Verb gehen ist vom I. Stamm mit der Wurzel {dh, h, b} )

Ahmed und sein Bruder sind schon gegangen  أَحْمَد وَأَخُوهُ قَد ذَهَبَا [’aHmad wa-’axu:hu qad dhahaba:] (Dual mask.)

der Junge schrieb أَلْوَلَدُ كَتَبَ  [’al-waladu kataba]
die Jungen schrieben 
 أَلأَوْلاَدُ كَتَبُوا  [’al-’awla:du katabu:]
die beiden Jungen schrieben
 [’al-walad-a:n(i) kataba:]

die beiden Schwestern sind reich أَلأُخْتَانِ   غَنِيَّتَان 16; [’al-’uxta:ni ghaniyyata:ni]
die beiden Jungen sind älter als die beiden Mädchen  َلْوَلَدَانِ أَكْبَرُ مِنَ ٱلْبِنْتَيْن 16;  [’al-walada:ni ’akbaru mina (’a)l-bintayni]
Sind die beiden Töchter des Königs hübsch? هَل بِنْتَا ٱلْمَلِكِ جَمِيلَتَانِ 67; [hal binta(: ’a)l-maliki jami:lata:ni]?   Nein, sie sind sehr hässlich [qabi:H(un)].  لاَ، هُمَا قَبِيحَتَانِ جِدّاً [la:, huma: qabi:Hata:ni jiddan]

Sie besitzt zwei schöne blaue Augen. (Vgl. 10-6) هِيَ ذَاتُ عَيْنَيْنِ زَرْقَاوَيْن 16;  جَمِيلَتَيْ 06;ِ [hiya dha:tu ‘aynayni (Gen.) zarqa:wayni jami:latayni]. (Wörtlich: sie ist der Besitzer von zwei schönen blauen Augen.) (hamzat(u)-(’a)l-qaT‘(i) verwandelt sich bei [zarqa:] in w)

Besitzer = [dhu:], Besitzerin = [dha:tun]. Das Besitztum steht im Genitiv – und vor einem Gen. gibt es keine Nunation. (Die Verwendung von dhu:/dha:tun klingt im modernen Arabisch altmodisch.)

er hat schwarze Augen   أهُوَ ذُو عَيْنَيْنِ سَوْدَاوَيْن 16;  [huwa dhu: ‘aynayni  sawda:wayni] (hamzat-al-qaT‘  verwandelt sich bei [sawda:] in w)

Nominalsätze werden sehr oft von dem Wort إِنَّ [’inna] (entspricht unserem in der Tat, wirklich, "echt" usw.) eingeleitet, nach dem das Subjekt im Akkusativ und das Prädikat im Nominativ steht.

 إِنَّ مُحَمَّداً رَجُلٌ غَنِيٌّ  [’inna MuHammad(an)  rajul(un) ghaniyy(un)] Muhammad ist wirklich ein reicher Mann. (كَانَ مُحَمَّدٌ تَاجِراً [ka:na MuHammadun ta:jiran]   M. war ein Kaufmann.)

 إِنَّ ٱلوَلَدَيْنِ مَرِيضَانِ [’inna (’a)l-waladayni mari:Da:ni] die beiden Jungen sind tatsächlich krank

14.6.2                  Verbalsatz

Im Verbalsatz steht das Verb vor dem Subjekt. Auch wenn das Subjekt im Dual oder im Plural steht, muss das Verb im Singular stehen, vgl. 9-6. (Im Nominalsatz muss auf ein Subjekt im Dual –oder zwei Subjekte im Singular- das Verb im Dual folgen.) Das Verb muss aber mit dem Subjekt im Genus (Geschlecht) übereinstimmen.

Wenn das Verb auf einen Konsonanten ausgeht, muss ihm vor einem Artikel ein Vokal angehängt werden, i. Allg.-i .

der Junge schrieb  كَتَبَ ٱلْوَلَدُ [kataba (’a)l-waladu]
die Jungen schrieben
كَتَبَ ٱلأَوْلاَدُ  [kataba (’a)l-’awla:du]     Verb im Singular!
die beiden Jungen schrieben   [kataba  (’a)l-walad-a:ni] (Dual)      "
die beiden Frauen gingen zum Markt  
ذَهَبَتِ ٱلْمَرْأَتَا 06;ِ إِلَى ٱلسُّوقِ  [dhahabat-i (’a)l- mar’ata:ni ’ila(: ’a)s-su:qi].   (Frau  مَرْأَةٌ [mar’a(tun)]; [’ila:] S. 13-9)

Hätten wir für Frau das Wort إِمْرَأَةٌ [imraa(tun)], vgl. 14-11, benutzt, so hätten wir zweimal i einfügen müssen: [dhahabat-i (’a)l-i-(’i)mra’ata:ni ’ila(: ’a)s-su:qi], denn [imraa(tun)] beginnt mit einem هَمْزَةُ ٱلْوَصْلِ  [hamzat(u) (a)l-waSl(i)]

die beiden Männer gingen zum Markt [dhahaba (’a)r-rajula:ni ...]
deine und meine Tochter gingen zum Markt
ذَهَبَتِ إِبْنَتُكَ وٱبْنَتِي  إِلَى ٱلسُّوقِ [dhahabat- i ’ibnatuka wa-’ibnati: ’ila(: ’a)s-su:qi];

Markt
 سُوقٌ [su:q(un)], Pl. أَسْوَاقٌ [’aswa:q(un)] kann maskulin oder feminin gebraucht werden.

er ging zum Markt  kann auch mit Hilfe der Präposition li- ausgedrückt werden:
ذَهَبَ لِلسُّوقِ [dhahaba li-l-s-su:qi], vgl. 9-9. Diese Fassung ist auβerdem üblicher als  ذَهَبَ ٱلسُّوقَ.  Lustig ist, dass ذَهَبَ unvokalisiert auch als ذَهَب [dhahab] = Gold  gelesen werden kann.

sie kauften dort zwei hübsche  Kleider جَمِيلَيْنِ إِشْتَرَتَا مِنْهَا ثَوْبَيْنِ [’ishtarata:  minha: thawb-ayni jami:l-ayni];  kaufen  إِشْتَرَى [’ishtara:] / يَشْتَرِي [yashtari:] (VIII. Stamm bedeutet [yashtari:] für sich einkaufen; vgl. auch 13-11); kaufen  bei  ist mit مِن عِنْدِ [min ‘indi] zu bilden, z.B. er kauft Brot beim Bäcker  يَشْتَرِي خُبْزاً مِن عِنْدِ ٱلْخَبَّازِ  [yashtari: xubzan  min ‘indi (’a)l-xabba:zi]. Die Form [‘indi] ist der Genitiv von عِنْدَ [‘inda] mit, von, auf

sie beide kauften [’ishtarata:] (f), [’ishtaraya:] (m);  ich kaufte  إِشْتَرَيْتُ [’ishtaraytu]
Kleid  ثَوْبٌ [thawb(un)], Pl.  ثِيَابٌ [thiya:b(un)]; zwei Kleider [thawb-a:ni], Akk. ثَوْبَيْنِ [thawb-ayni], zwei hübsche Kleider (Akk.)  [thawb-ayni   jami:l-ayni]; von ihm [min-hu], von ihr [min-ha:] (hier vom Markt سُوقٌ)

Die Mädchen wuschen ihre Kleider. غَسَلَتِ ٱلْبَنَاتُ ثِيَابَهُنَّ  [ghasalat-i (’a)l-bana:tu thiya:ba-hunna], vgl. 7-2;  waschen غَسَلَ [ghasala]

Wenn das Subjekt vor dem Verb steht, muss das Verb in Zahl und Geschlecht mit dem Subjekt übereinstimmen. Statt  [ghasal-at] = sie wusch, muss [ghasal-na] = sie wuschen genommen werden, vgl. 12-11. Wir haben demnach:  [’al-bana:tu ghasal-na thiya:ba-hunna]

14.7 Übungen zur Grammatik


1.  Drei Ausländer waren im Büro (im Gericht, im Palast des Prinzen usw. 8-9)
2.  Die beiden Töchter des Präsidenten gingen von der Wohnung des Kollegen  in das Büro des Direktors. (10-4(7); gehen 9-6; Direktor [mudi:r(un)], Pl. [mudi:r-u:na] oder [mudara:’u]; Gen. Sing. [mudi:r-i])
3.  Ich bewohnte jene beiden engen Zimmer

 jene beiden [dha:nika]/[ta:nika] im (Nom.); im Gen./Akk.: [dhaynika]/ [taynika]; eng (von Kleidung usw.) ضَيِّقٌ [Dayyiq (un)]
4. in den beiden Zimmern unserer Wohnung (Wohnung
شِقَّةٌ [shiqqa(tun)], unsere W. –t[u]-na: ; unserer W. –ti-na:)
5.
Die zwei deutschen Studenten lasen heute  zwei Bücher und zwei Zeitungen.
6. Dort sind zwei neue hübsche Krankenschwestern im Krankenhaus.
Krankenschwester
مُمَرِّضَةٌ [mumarriDa(tun)],14-19, Krankenhaus مُسْتَشْفَى [mustashfa:]
zwei Krankenhäuser  [mustashfaya:n(i)] (der Stammauslaut a: wird zu ay);    krank  مَرِيضٌ [mari:D(un)]; neu جَدِيدٌ  [jadi:d(un)]
7. Sind die beiden roten Bücher auf dem grünen Tisch? Vgl. 7-7 und 7-10
8.  [HaDara  (’a)l-mu‘allimu:na wa Talabu: xubzan]
anwesend sein,11-8,  حَضَرَ;    verlangen طَلَبَ; Brot  خُبْزٌ  [xubz(un)]; Bäcker خَبَّازٌ  [xabba:z-un]
9. Die Jungen, 14-8, öffneten , 9-4, die Tür, und die Mädchen traten ein.
دَخَلَ  [daxala] eintreten
10.  Zum Frühstück [li-l-fuTu:ri] möchte ich Brot, Käse [jubn(un)] und Butter [zubda(tun)].  

Lösungen

1.  كَانُوا ثَلاَثَةُ أَجَانِبَ فِي ٱلْمَكْتَبِ  [ka:na  thala:tha(tu)  ’aja:nib(a) fi(: ’a)l-maktab(i)/ fi(: ’a)l-maHkamat(i), S.8-9]
2. ذَهَبَتِ  بِنْتَا ٱلرَّئِيسِ مِن شِقَّةِ ٱجَانِبَ فِي ٱلْمَكْتَبِ [dhahabati  (’a)l-binta: (’a)r-ra’i:s(i) min shiqqa(ti) (’a)z-zami:l(i) ’ila: maktab(i) (’a)l-mudi:ri].

Auch vor einem Dual steht das Verb im Singular. (3.f. Dual ist [dhahabata:] sie beide gingen; zwischen –at und Artikel wird ein Verbindungsvokal eingeschaltet.  Der Dual [bint-a:ni] wird vor einem Suffix oder, wie hier, vor einem Genitiv zu –a: gekürzt (im Nominativ). Vgl. Regel 14-15

Im Genitiv bzw. Akkusativ wird aus –ayn(i) einfach –ay. Dies ist analog zum Verhalten eines gesunden männlichen Plurals, der –u:n(a), -i:n(a) zu –u:, -i: kürzt. Beispiele: Eltern وَالِدَانِ  [wa:lida:ni], meine Eltern  وَالِدَايَ [wa:lida:-ya], seine Eltern  وَالِدَاهُ [wa:lida:-hu]. Mit meinen Eltern  مَعَ وَالِدَيَّ  [ma‘a wa:liday-ya]; mit seinen Eltern  مَعَ وَالِدَيْهِ  [ma‘a wa:liday-hi].

3.    كُنْتُ أَسْكُنُ تَيْنِكَ ٱلْغُرْفَتَي 18;نِ ٱلْضَيِّقَتَ 10;ْنِ  [kuntu ’askunu taynika  (’a)l-ghurfatayni (’a)l-Dayyiqatayni];

4.  فِي غُرْفَتَي شِقَّتِنَا [fi: ghurfatay  shiqqati-na:] Beachte: Vor dem Genitiv [shiqqati-na:] verliert der Dual sein Nun, also nicht " fi: ghurfatayn(i)". Ferner verwandelt sich in [shiqqati-na:] das ta:’ marbu:Ta in normales ta:’, 7-3

5.  قَرَ ٱلْيَوْمَ  ٱلطَّالِبَا 06;ِ ٱلأَلْمَانِي 14;انِ كِتَابَيْنِ وَجَرِيدَتَي 18;نِ  [qara’a (’a)l-yawm(a)  (’a)T-Ta:liba:ni  (’a)l-’alma:niya:ni  kita:bayni wa-jari:datayni] ; heute [’al-yawm (a)], vgl. 8-12

6. هُنَاكَ مُمَرِّضَتَا 06;ِ جَدِيدَتَانِ وَجَمِيلَتَا 06;ِ فِي ٱلْمُسْتَشْف 14;ى    
[huna:ka mumarriData:ni  jadi:data:ni  wa-jami:lata:ni  fi(: ’a)l-mustashfa:]

Wenn zwei oder mehr Adjektive sich auf dasselbe Nomen beziehen, ist es nicht nötig, sie durch und zu verbinden: بَيْتٌ جَدِيدٌ جَمِيلٌ  ein neues hübsches Haus  [bayt(un) jami:l(un) jadi:d(un)] oder مُمَرِّضَتَا نِ جَدِيدَتَنَن 16; جَمِيلَتَانِ [mumarriData:ni  jadi:data:ni  jami:lata:ni] zwei neue hübsche Krankenschwestern

7. هَلِ ٱلْكِتَابَان 16; ٱلأَحْمَرَان 16; عَلَى أَلطَّاوِلَة 16; ٱلْخَضْرَاءِ 67;
[hali  (’a)l-kita:ba:ni  (’a)l-’aHmar-a:ni  ‘ala(: ’a)T-Ta:wilati  (’a)l-xaDra:’i]?
8. 
حَضَرَ ٱلْمُعَلِّمُ 08;نَ وَطَلَبُوا خُبْزاً Die Lehrer waren anwesend und  (sie) verlangten Brot.
Das erste Verb
حَضَرَ ist im Singular, da es vor seinem Subjekt أَلْمُعَلِّم ُونَ steht; das 2. Verb طَلَبُوا ist 3.m.Pl. (Alif!), weil es nach dem bereits genannten Subjekt steht.

9.   َلأَوْلاَدُ فَتَحُوا ٱلْبَابَ وَٱلْبَنَاتُ دَخَلْنَ  [al-awla:du fataHu: (a)l-ba:ba wa-(’a)l-bana:tu daxalna]

10. أُرِيدُ لِلْفُطُورِ خُبْزاً ، جُبْناً وَزُبْدَةً

 

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